Wo kommen Klemmringverschraubungen zum Einsatz?
Die Klemmringverschraubung ist eine lösbare, mechanische Rohrverbindung, die aus drei Hauptkomponenten besteht: dem Grundkörper (Fitting), dem Klemmring und der Überwurfmutter. Beim Anziehen der Mutter wird der Klemmring in die konische Öffnung des Grundkörpers gepresst und verformt sich dabei leicht – er klemmt sich fest auf dem Rohr, ohne es einzuschneiden. Das Ergebnis ist eine kraftschlüssige, metallisch dichte Verbindung, die ohne Schweißen, Löten oder Pressen auskommt.
Genormt nach DIN EN 1254-2 (für Kupfer und Kupferlegierungen), ist die Klemmringverschraubung vor allem in der Haustechnik und im Niederdruckbereich bis maximal 150 bar zu Hause. Ihr größter Vorteil gegenüber anderen Verbindungstechniken: Sie lässt sich mit einem einfachen Schraubenschlüssel montieren – kein Spezialwerkzeug, keine offene Flamme, keine Brandgefahr.
1. Trinkwasserinstallation: Sauber, sicher, normgerecht
Das wohl klassischste Einsatzgebiet der Klemmringverschraubung ist die Trinkwasserinstallation. In Wohngebäuden, Büros, Hotels und öffentlichen Einrichtungen verbindet sie Kupferrohre zu einem dichten, hygienischen Leitungsnetz für Kalt- und Warmwasser.
Entscheidend ist hier die Materialwahl: Für Trinkwasseranwendungen müssen Klemmringverschraubungen aus entzinkungsbeständigem Messing (DZR) oder Rotguss bestehen und auf der UBA-Positivliste (Umweltbundesamt) geführt sein, um keine gesundheitsschädlichen Stoffe ans Wasser abzugeben. Für Trinkwasser- und Gasinstallationen ist zudem das DVGW-Prüfzeichen (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) zwingend erforderlich – es bescheinigt, dass die Verbindung den strengen Anforderungen an Hygiene, Dichtheit und Langlebigkeit entspricht.
Typische Rohrdurchmesser in der Trinkwasserinstallation sind 12 mm, 15 mm, 18 mm, 22 mm und 28 mm. Die Klemmringverschraubung hält dabei Betriebsdrücken von bis zu 16 bar bei 30 °C stand – mehr als ausreichend für die Anforderungen in der Gebäudetechnik.
Anwendungen:
Kalt- und Warmwasserleitungen in Wohngebäuden
Anschluss von Armaturen, Wasserhähnen und Durchlauferhitzern
Trinkwasserinstallationen in Gewerbe- und Industriegebäuden
Wasseraufbereitungsanlagen
2. Heizungsanlagen: Wärme sicher verbinden
In Heizungsanlagen ist die Klemmringverschraubung seit Jahrzehnten ein bewährtes Verbindungsmittel. Sie verbindet Kupferrohre in Heizkreisläufen, schließt Heizkörper an und verbindet Pumpen, Ventile und Verteiler miteinander.
Messing-Klemmringverschraubungen eignen sich hervorragend für geschlossene Heizkreisläufe, da sie korrosionsbeständig, robust und kostengünstig sind. Für Hochtemperaturanwendungen – etwa in Solarthermiesystemen mit Temperaturen über 100 °C – kommen metallisch dichtende Varianten ohne Elastomerdichtung zum Einsatz, die auch bei extremer Wärme zuverlässig abdichten.
Ein besonderer Vorteil in der Heizungstechnik: Die Klemmringverschraubung lässt sich lösen und wieder montieren. Das erleichtert Wartungsarbeiten, den Austausch von Komponenten und Systemerweiterungen erheblich – ohne dass Rohre aufgetrennt oder neu gelötet werden müssen.
Anwendungen:
Heizkörperanschlüsse und Verteileranbindungen
Rohrleitungen in Fußbodenheizungssystemen
Anschluss von Heizungspumpen und Ausdehnungsgefäßen
Verbindungen in Fernwärmeübergabestationen
3. Solarthermieanlagen: Hitzebeständig auf dem Dach
Solarthermieanlagen stellen besondere Anforderungen an Verbindungstechnik: Die Solarflüssigkeit (ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel) kann im Stillstand Temperaturen von über 150 °C erreichen, und die Rohrleitungen sind dauerhaft UV-Strahlung, Temperaturschwankungen und mechanischen Belastungen ausgesetzt.
Klemmringverschraubungen – insbesondere metallisch dichtende Varianten aus Messing oder Edelstahl – sind für diese Anforderungen bestens geeignet. Sie kommen ohne Gummidichtungen aus, die bei hohen Temperaturen porös werden könnten, und bieten eine dauerhaft dichte Verbindung auch unter wechselnden thermischen Bedingungen. Durch den Einsatz des Klemmfitting-Systems lässt sich bei der Montage einer Solaranlage eine Arbeitszeitersparnis von bis zu 85 % gegenüber dem Löten erzielen – ein entscheidender Vorteil besonders für Selbstbauer und Handwerksbetriebe.
Anwendungen:
Verbindung von Solarkollektoren mit dem Rohrleitungssystem
Anschluss von Wärmespeichern und Wärmetauschern
Verrohrung von Solarstationen und Pumpengruppen
4. Gas- und Heizölinstallationen: Höchste Sicherheitsanforderungen
Auch in Gas- und Heizölinstallationen kommen Klemmringverschraubungen zum Einsatz – allerdings nur mit entsprechender Zulassung. Für Gasinstallationen sind ausschließlich Fittings mit DVGW-Prüfzeichen zugelassen, die nachweislich den strengen Anforderungen an Gasdichtheit und Sicherheit entsprechen.
Klemmringverschraubungen für Gasanwendungen müssen besonders sorgfältig ausgewählt und montiert werden. Nicht jede Klemmringverschraubung ist für Gas zugelassen – die Produktdokumentation und das DVGW-Zertifikat müssen vor dem Einsatz geprüft werden. Für Heizölleitungen gelten ähnliche Anforderungen: Hier sind Werkstoffe gefragt, die beständig gegenüber Mineralölen und deren Additiven sind.
Anwendungen:
Gasinstallationen in Wohn- und Gewerbegebäuden (mit DVGW-Zulassung)
Heizölleitungen und Tankanschlüsse
Verbindungen in Gasverteilungsanlagen
5. Pneumatik und Druckluft: Schnell, sauber, lösbar
In pneumatischen Systemen und Druckluftanlagen sind Klemmringverschraubungen eine weit verbreitete Lösung. Sie verbinden Druckluftleitungen aus Kupfer, Aluminium oder Kunststoff und ermöglichen eine schnelle, werkzeugminimale Montage – ideal für Werkstätten, Produktionshallen und Kompressoranlagen.
Besonders praktisch: Druckluftleitungen müssen häufig umgebaut oder erweitert werden, wenn Maschinen umgestellt oder neue Arbeitsplätze eingerichtet werden. Die Lösbarkeit der Klemmringverschraubung macht solche Anpassungen einfach und kostengünstig. Für Druckluftanwendungen kommen typischerweise Messing- oder Aluminiumverschraubungen zum Einsatz, die leicht, korrosionsbeständig und kostengünstig sind.
Anwendungen:
Druckluftverteilungssysteme in Werkstätten und Produktionshallen
Anschluss von Kompressoren, Druckreglern und Wartungseinheiten
Pneumatische Steuerleitungen in Maschinen und Anlagen
Druckluftbremsen in Nutzfahrzeugen
6. Mess-, Steuer- und Regeltechnik: Präzision im Niederdruckbereich
In der Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR) werden Klemmringverschraubungen eingesetzt, um Messleitungen, Drucksensoren und Steuergeräte sicher und leckagefrei anzuschließen. Im Niederdruckbereich – etwa bei Wasserdruckmessungen oder pneumatischen Steuerkreisen – bieten sie eine einfache und zuverlässige Verbindungslösung.
Ihr Vorteil gegenüber anderen Verbindungsarten: Die Lösbarkeit ermöglicht einen schnellen Austausch von Sensoren und Messgeräten ohne aufwändige Rohrtrennung. Das spart Zeit und Kosten bei Wartung und Kalibrierung.
Anwendungen:
Anschluss von Druckmessgeräten und Manometern
Verbindung von Durchflussmessern in Gebäudetechniksystemen
Steuerungsleitungen in Heizungs- und Lüftungsanlagen
7. Klima- und Kältetechnik: Dicht auch bei Temperaturschwankungen
In der Klima- und Kältetechnik sind Rohrverbindungen besonderen Herausforderungen ausgesetzt: Temperaturschwankungen zwischen –20 °C und +120 °C, aggressive Kältemittel und hohe Anforderungen an Dichtheit machen eine sorgfältige Auswahl der Verbindungstechnik notwendig.
Klemmringverschraubungen aus Messing oder Edelstahl – insbesondere metallisch dichtende Varianten ohne Elastomerdichtung – eignen sich gut für diese Anforderungen. Sie sind temperaturbeständig, korrosionsresistent und bieten eine dauerhaft dichte Verbindung auch bei wechselnden Betriebsbedingungen.
Anwendungen:
Rohrleitungen in Klimaanlagen und Kältemaschinen
Verbindungen in Wärmepumpenanlagen
Kältemittelleitungen in Gewerbekälteanlagen
8. Chemische Industrie und Prozesstechnik: Kunststoff für aggressive Medien
Ein oft unterschätztes Einsatzgebiet der Klemmringverschraubung ist die chemische Industrie und Prozesstechnik. Hier kommen Kunststoff-Klemmringverschraubungen aus PVDF (Polyvinylidenfluorid) oder PA (Polyamid) zum Einsatz – Werkstoffe, die eine extrem hohe chemische Beständigkeit gegenüber Säuren, Laugen, Lösungsmitteln und anderen aggressiven Medien aufweisen.
Der entscheidende Vorteil gegenüber der Schneidringverschraubung: Da der Klemmring das Rohr nicht einschneidet, sondern sich nur festklemmt, können auch weiche Gummischläuche aus PVC, Silikon oder anderen Elastomeren adaptiert werden – eine Flexibilität, die in der Chemietechnik sehr geschätzt wird. Klemmringverschraubungen aus PVDF und PA sind für Rohraußendurchmesser von 4,0 bis 12,0 mm erhältlich und decken damit einen breiten Anwendungsbereich ab.
Anwendungen:
Verbindung von Kunststoffrohren und -schläuchen in Chemieanlagen
Dosier- und Förderleitungen für aggressive Medien
Laborleitungen und Analysengeräte
Verbindung von Gummi- und Silikonschläuchen
9. Wasserversorgung und Bewässerung: Auch im Außenbereich
Im Bereich der Wasserversorgung und Bewässerung – sowohl in der Landwirtschaft als auch im Gartenbau – sind Klemmringverschraubungen aus Kunststoff (PP, Polypropylen) weit verbreitet. Sie verbinden PE-Rohre (Polyethylen) zu Bewässerungsnetzen, Brunnenanlagen und Trinkwasserversorgungssystemen.
Kunststoff-Klemmverschraubungen für PE-Rohre sind häufig DVGW-zertifiziert und damit für die Trinkwasserversorgung zugelassen. Sie sind UV-beständig, frostresistent und einfach zu montieren – auch ohne Fachkenntnisse. Für Rohrdurchmesser bis 110 mm sind Klemmverschraubungen die wirtschaftlichste und praktischste Verbindungslösung.
Anwendungen:
Bewässerungsanlagen in Landwirtschaft und Gartenbau
Trinkwasserversorgung in ländlichen Gebieten (PE-Rohrsysteme)
Brunnenanlagen und Regenwassernutzungssysteme
Poolinstallationen und Gartenteiche
10. Hochdruckanwendungen: Die Klemm-Keilringverschraubung als Sonderklasse
Bisher haben wir die klassische Klemmringverschraubung betrachtet – ein bewährtes Verbindungselement für den Niederdruckbereich bis 150 bar. Doch es gibt eine technisch deutlich anspruchsvollere Variante, die in der Praxis oft unter demselben Begriff läuft, aber eine völlig andere Leistungsklasse repräsentiert: die Klemm-Keilringverschraubung (auch Doppelklemmring- oder Zweiring-Verschraubung genannt, international als Twin Ferrule Fitting bekannt).
Wie funktioniert die Klemm-Keilringverschraubung?
Im Gegensatz zur einfachen Klemmringverschraubung besteht die Klemm-Keilringverschraubung aus vier Komponenten: dem Grundkörper (Stutzen), der Überwurfmutter sowie zwei funktional getrennten Ringen – dem Klemmring (hinten) und dem Keilring (vorne).
Diese Funktionstrennung ist der entscheidende konstruktive Unterschied:
Der Klemmring schneidet leicht in die Rohroberfläche ein und übernimmt die Haltefunktion. Durch seine federartige Kontur dämpft er zudem Schwingungen aus dem Rohrnetz.
Der Keilring dichtet ringförmig auf den Anpressflächen zwischen Verschraubung und Rohr ab – er übernimmt die Dichtfunktion.
Durch diese klare Trennung von Halte- und Dichtfunktion erreicht die Klemm-Keilringverschraubung eine außerordentliche Leistungsfähigkeit: leckagefreie Verbindungen mit einer Dichtheit von bis zu 10⁻⁹ mbar·l/s – selbst bei extremen Drücken, Vibrationen und Temperaturschwankungen.
Technische Eckdaten
Hochwertige Klemm-Keilringverschraubungen aus Edelstahl (Werkstoff 1.4404 / AISI 316L) erreichen folgende Leistungswerte:
Druckbereich: metrisch bis 700 bar, zöllig bis 810 bar
Rohrdurchmesser: 3–28 mm (metrisch) bzw. 1/16"–1" (zöllig)
Medien: flüssige und gasförmige Medien, einschließlich Wasserstoff (H₂)
Dichtheit: 10⁻⁹ mbar·l/s (Hochvakuum-tauglich)
Einsatzbereiche der Klemm-Keilringverschraubung
Die Klemm-Keilringverschraubung findet überall dort ihren Einsatz, wo höchste Anforderungen an Dichtheit, Druckfestigkeit und Vibrationssicherheit bestehen:
Chemische Prozesstechnik: Rohrleitungen für aggressive Medien, Säuren, Laugen und Lösungsmittel unter hohem Druck
Pharma- und Biotechnologie: Hochreine Prozessleitungen, bei denen Kontamination ausgeschlossen sein muss
Mineralölverarbeitung und Petrochemie: Hochdruckleitungen in Raffinerien und petrochemischen Anlagen
Offshore und Schiffsbau: Instrumentierungssysteme auf Plattformen und Schiffen, beständig gegen Salzwasser und Korrosion
Nuklearforschung: Rohrleitungen mit höchsten Sicherheitsanforderungen
Laboratorien und Forschungsinstitute: Präzisionsleitungen für Gase und Flüssigkeiten unter kontrollierten Bedingungen
Vakuumtechnik: Verbindungen, die sowohl Hochdruck als auch Hochvakuum standhalten müssen
Wasserstoffanwendungen (H₂): Leitungssysteme für Wasserstofftankstellen, Elektrolyseure und Brennstoffzellen
Wasserstoff – das Zukunftsfeld der Klemm-Keilringverschraubung
Besonders zukunftsweisend ist der Einsatz in der Wasserstofftechnik. Wasserstoff ist das kleinste Molekül überhaupt und stellt damit höchste Anforderungen an die Dichtheit von Verbindungen – selbst kleinste Undichtigkeiten können bei H₂ zu Sicherheitsrisiken führen. Klemm-Keilringverschraubungen sind für diesen Einsatz nach EC79 (EU-Verordnung für Wasserstofffahrzeuge) zertifiziert und eignen sich für Drücke von 270 bis 700 bar (metrisch) bzw. bis 810 bar (zöllig).
Typische H₂-Anwendungen:
Wasserstofftankstellen (350 bar und 700 bar)
Elektrolyseure zur Wasserstofferzeugung
Brennstoffzellensysteme in Fahrzeugen und stationären Anlagen
Wasserstoff-Forschungsanlagen und Prüfstände
Zertifizierungen und Normen
Hochwertige Klemm-Keilringverschraubungen verfügen über ein breites Zertifizierungsportfolio:
Zertifizierung | Bedeutung |
DNV (Det Norske Veritas) | Internationale Schifffahrts- und Offshore-Zulassung |
DVGW | Deutsche Gas- und Wasserfach-Zulassung |
EC79 | EU-Zulassung für Wasserstoffanwendungen (H₂-Lok) |
ECE R110 CNG/LNG | Zulassung für Erdgasfahrzeuge (komprimiert/verflüssigt) |
ABS | American Bureau of Shipping (maritime Anwendungen) |
TA-Luft / VDI 2440 | Emissionsschutz in der chemischen Industrie |
Wichtiger Hinweis: Keine Vermischung von Herstellern
Ein kritischer Punkt in der Praxis: Klemm-Keilringverschraubungen sind als Gesamtsystem zu betrachten. Alle Komponenten – Stutzen, Überwurfmutter, Klemm- und Keilring – sind aufeinander abgestimmt. Die Vermischung von Einzelteilen verschiedener Hersteller führt zum Verlust aller Zertifizierungen und zum Erlöschen der Gewährleistungsansprüche. Im Hochdruckbereich ist dies keine Formalität, sondern eine sicherheitskritische Anforderung.
Werkstoff und Norm: Was bei der Auswahl zählt
Die richtige Wahl des Werkstoffs ist entscheidend für den sicheren und dauerhaften Einsatz der Klemmringverschraubung:
Werkstoff | Typische Einsatzbereiche | Besonderheiten |
Messing (DZR) | Trinkwasser, Heizung, Sanitär, Gas | DVGW-Zulassung erforderlich; UBA-Positivliste beachten |
Rotguss | Trinkwasser, Heizung | Besonders bleiarm, ideal für Trinkwasser |
Edelstahl 1.4404 / 316L | Solarthermie, Klima, Industrie, Hochdruck | Hohe Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit; Standard für Klemm-Keilring |
Edelstahl Duplex / Superduplex | Offshore, Petrochemie, Sauergas | Extrem hohe Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit |
PVDF / PA | Chemie, Labor, aggressive Medien | Extrem chemisch beständig; auch für weiche Schläuche |
PP (Kunststoff) | Bewässerung, PE-Rohrsysteme | DVGW-zertifiziert; leicht und kostengünstig |
Hinsichtlich der Normen gilt: Klemmringverschraubungen für Kupferrohre werden nach DIN EN 1254-2 gefertigt. Für Trinkwasser- und Gasanwendungen ist das DVGW-Prüfzeichen Pflicht. Kunststoffvarianten für PE-Rohre müssen ebenfalls DVGW-zertifiziert sein, um in der Trinkwasserversorgung eingesetzt werden zu dürfen.
Montage: Einfach, aber sorgfältig
Ein wesentlicher Grund für die weite Verbreitung der Klemmringverschraubung ist ihre einfache Montage. Kein Löten, kein Schweißen, keine offene Flamme – ein gewöhnlicher Schraubenschlüssel reicht in den meisten Fällen aus. Dennoch gilt: Sorgfalt ist entscheidend.
Das Rohr muss rechtwinklig abgelängt und entgratet sein. Bei weichen Rohrmaterialien (Kupfer weich, Kunststoff, Mehrschichtverbund) ist eine Stützhülse im Rohrinneren zwingend erforderlich, damit das Rohr unter dem Klemmdruck nicht kollabiert. Die Überwurfmutter wird zunächst handfest angezogen und dann nach Herstellerangabe – typischerweise ¾ bis 1¼ Umdrehungen – mit dem Werkzeug festgezogen. Zu fest ist dabei genauso problematisch wie zu locker: Überdrehen kann das Rohr einschnüren oder den Grundkörper beschädigen.
Die Klemmringverschraubung ist weit mehr als ein Verbindungselement der Haustechnik. In ihrer klassischen Form – nach DIN EN 1254-2, aus Messing oder Kunststoff – ist sie die bewährte, wirtschaftliche und normgerechte Lösung für Trinkwasser, Heizung, Sanitär, Solar, Gas und Druckluft. Einfach zu montieren, lösbar und langlebig.
In ihrer Hochdruckform – als Klemm-Keilringverschraubung aus Edelstahl, zertifiziert nach DNV, DVGW und EC79 – ist sie eine Präzisionskomponente für die anspruchsvollsten Anwendungen der Prozessindustrie: Chemie, Pharma, Offshore, Nukleartechnik und Wasserstoff. Drücke bis 700 bar, Dichtheit bis 10⁻⁹ mbar·l/s, Vibrationsfestigkeit auch unter extremen Bedingungen.
Beide Varianten verbindet dasselbe Grundprinzip: der Klemmring, der sich auf das Rohr presst und eine dauerhaft dichte Verbindung schafft. Was sie trennt, ist die Leistungsklasse – und damit die Wahl des richtigen Systems für die jeweilige Anwendung.
Wer den richtigen Typ, den passenden Werkstoff und die erforderliche Zertifizierung wählt und sorgfältig montiert, hat eine Verbindung, die Jahrzehnte zuverlässig ihren Dienst tut – ob in der Heizungsanlage oder auf einer Offshore-Plattform.

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